Mittwoch, 25. Mai 2005

Studie 'Die 50plus Generation in der Anzeigenwerbung' (II)

Studie 'Die 50plus Generation in der Anzeigenwerbung' (II)

(Nachtrag zur Diskussion)

Die 50plus-Generation in der Anzeigenwerbung wurde vom DDA durchgeführt und zwar bereits zum 4. Mal. Ich habe weder die Methodenbeschreibung gelesen und ich kenne weder die verwendeten Definitionen, noch kenne ich die gesamten Ergebnisse (via wuv).

Link zur Studie auf DDA-berlin.de (Nachtrag: funktioniert nicht mehr)

Ich kenne den Katalog der '50plus-Elementen' die in dieser Studie verwendet wurden nicht. Ich weiß nicht wie eng oder wie weit '50plus-Elementen' gefasst sind und was ausgewertet wurde. Eine Nachfrage beim Studienleiter am DDA blieb unbeantwortet.

Aber unbestritten man braucht eine solche Liste, um zu zählen und über die Inhalte soll/kann/muss lässt sich natürlich trefflich streiten.

Wenn ich eine solche Studie durchführen würde ich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) u.a. aufnehmen

50+ Menschen und Gesichter
50+ in natürliche Lebensituationen
50+ Menschen in einer inter-generationen Situation
„Anteiliger Ansatz“ von 50+ für fast alle Lebensbereiche
Die verwendete Sprache, Begriffe, Bilder und Symbole
Lebensumstände von / mit 50+
Storys erzählt aus der Sicht der 50+
Typologien, Storys die 50 + "besetzt" ist

Im Weiteren denke ich wäre es ganz wichtig, im Sinne einer qualitativen Studie herauszufinden, wie die 50+ zu einer solchen Einteilung in "Altersgruppen / Generation" stehen, versus Interessen, Sex, Familie/Freundeskreis, Netzwerk usw. einstellungsmäßig, in den Erwartungen und im Erleben ..

Um ein paar Beispiele zu nennen:
Mich regt es tierisch auf (und ein paar andere sicherlich auch) wenn 50 Plus mit Menschen am Rande der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit, deren Leben man, großzügig wie wir nun einmal sind (solange es nicht übermäßig ins Geld und den Lebensstandard beeinträchtigt) mit Pillen, Pasten Windeln und Schönheitschirurgen noch etwas verlängern kann. Wir denken alle in Bildern und die müssen die Lebenswirklich um uns herum darstellen, erlebbar machen. Werbung hat da auch einen "erzieherischen" Auftrag.

Natürlich wäre auch dies Werbung mit 50plus Elementen, aber nicht die, von der wir mehr brauchen!

In meiner Startzeit als junger Marketing-Mensch habe ich einmal versucht die Werbung für Küchen zu verändern (für Alno von 1972 – 1975 und nicht ohne Erfolg). Wir haben die Küche nicht mehr als "Wohnungseinrichtung" oder als Möbel mit stolzer, dienender Hausfrau gezeigt, sondern "Storys" gedreht, in denen Lebenssituationen nacherzählt wurden (z.B. die berufstätige Frau und der Sohn (sorry:) in der Küche, die Freundinnen in der Küche, die Schwiegermutter zu Besuch, die emanzipierte / efrau-ziperte Familie in Küche usw., sorry das war Anfang der 70er Jahre).

Ich denke, dass jedenfalls in der Werbung und in den Medien, das Disposition Altersgruppe keine so große Rolle spielt und auch nicht spielen sollte, wichtiger sind die Interessen und Einstellungen ... die Anpassungen an "altersbedingte" Vorgaben und Einschränkungen sollten "soft" berücksichtigt werden. D. h. ich brauche keinen BMW für alte Leute, aber der Einstieg könnte gerne etwas komfortabler sein. Ich brauche keinen Supermarkt für Alte, Blinde und Lahme aber gegen lesebare Preisschilder ist nichts einzuwenden, ich brauche keine Super-Nanny für Alte, aber die Bestellungen im Internet oder Telefon und die Hotlines sollte nicht an ein Informatikstudium gebunden sein.

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